• Der Wunsch nach religiösen Postkarten ist gar nicht so selten, meist kommt er aus den USA. Aber in Sachen Katholizismus und Marienverehrung ist Polen dann doch der Favorit. So zog ich gestern die Adresse von Anna, die sich Karten mit Maria wünschte, gern auch mit Jesuskind. Damit kann ich dienen, komme ich doch vom erzkatholischen Niederrhein und mache ab und an einen Ausflug nach Kevelaer.

    Op deze plaats sult gij mij een kapelleken bouwen!Sixtinische MadonnaDas Städtchen ist klein, aber dennoch ein bedeutender Wallfahrtsort, ein Klein-Vatikan, in dem man gemütlich spazieren, Kaffee trinken und religiösen Kitsch bestaunen kann. Im Zentrum des Geschehens steht seit 1642 ein Bild der Consolatrix Afflictorum von Luxemburg, also der Trösterin der Betrübten. Ich erinnere mich dunkel, aber positiv an Wallfahrten meiner Dorfgemeinde nach Kevelaer während der Grundschulzeit. Was mir von diesen Fahrten im Gedächnis blieb, ist der Schmuck hinter dem Guckfenster der Gnadenkapelle und die Kerzen mit dem Gnadenbild, die wir mit nach Hause nahmen.

    Jesses Maria und JosefDa ich mich noch diesen Sommer mit Ildikoo in Kevelaer getroffen hatte, konnte ich für Anna eine entsprechende Karte auswählen. Und ich habe sogar noch ein paar Briefmarkenblöcke mit der Sixtinischen Madonna. Mehr Marienkult auf einer Postkarte geht nicht. Ich hatte gerade noch genug Platz, um zu erwähnen, dass auch Papst Johannes Paul II in Kevelaer war, Mutter Theresa und Papst Benedikt waren übrigens auch hier, letzterer allerdings vor seiner Wahl zum Papst. Kevelaer ist einer der wenigen Orte, die ich kenne, an denen man Postkarten vom Papst kaufen kann.


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  • Monets BriefkastenEin wunderbarer Herbsttag am Wochenende nach dem 3. Oktober. Was könnte schöner sein, als die deutsche Wiedervereinigung und dieses lange Wochenende in Frankreich zu feiern? Eine einmalige Gelegenheit, mit Ildikoo in Monets Haus und Garten zu verweilen. Weil wir uns tatsächlich für das einzige billige Hotel im Umkreis entschieden hatten, wollten wir das gesparte Geld in gutes Essen und Postkarten investieren. Im Nachhinein würde ich das Experiment lieber nicht wiederholen, das Beste an unserem Hotel waren die Läden drumherum, ein Einkaufszentrum mit Hypermarché und FNAC, eine Tankstelle sowie eine Post gegenüber. Die Pizzeria nebenan war mittelmäßig, aber geöffnet, als wir spät ankamen am Freitag Abend.

    Le jardin de MonetAm Samstag Morgen machten wir also eine Runde durch den Intermarché, kauften u.a. Postkarten, dann holte ich mir noch ein paar hübsche Sondermarken auf der Post, obwohl Ildikoo vorgesorgt hatte. Nur wollte ich dann doch auch die Disney-Marken, die sie wegen des amerikanischen Imperialismus oder einfach wegen Disneys kulturellem Konzept verweigert hatte. Ich bin da nicht so politisch korrekt.

    Trotzdem waren wir richtig früh in Giverny und mussten nicht anstehen. Mittags saßen wir dann in einem Gartenlokal und schrieben Postkarten. Ildikoo ist deutlich schneller als ich, dabei schreibt sie auch noch viel schöner. Jedenfalls hatte sie eine Briefmarke dabei, die so herrlich zu Monets Seerosen passte. Einziges Manko: Es war die deutsche 45-Cent-Briefmarke.

    Deutsch-französische KooperationJa, man kann mit Briefmarken durchaus rumtricksen. Aber man muss auch beim Tricksen ein paar Regeln beachten. Die falsche Frankierung muss unbedingt ins Ausland gehen oder aus dem Ausland kommen, sonst fällt sie einem tüchtigen Briefträger auf. Deshalb schickte Ildikoo die so vortreffliche Kombination von themengleicher Karte und Marke kurzerhand an mich. Wenige Tage später lag sie dann in meinem Briefkasten. Der Briefträger hatte ja nichts zu meckern, die Frankierung war korrekt, und wen juckt der Stempel?


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