• Nette und böse BriefeEinmal in der Woche avanciert Kranenburg zum Ort meiner Shoppingaktivitäten, und dazu gehören nicht nur Lebensmittel und Medikamente für meine Mutter.

    Seit einiger Zeit gibt es in der Großen Straße in Kranenburg-City sogar eine Buchhandlung. Mit Post! Alles was ich brauche an einem Ort.

    Gut, die Post hat die Buchhändlerin von einem anderen Laden (Post und Elektrogeräte) übernommen, lange Zeit gab es dann auch nur die Post in ihrem Ladenlokal. Nun kann man dort auch Bücher kaufen, die Auslage ist immer noch recht übersichtlich. Karten gibt es auch, aber keine Ansichtskarten. Die Buchhändlerin ist sehr nett und mit ihrem Projekt außerordentlich mutig, sie hat mal bei Bouvier in Bonn gearbeitet, nicht mal die haben überlebt.

    Deshalb habe ich beschlossen, meine Bücher möglichst bei ihr zu bestellen. Gestern habe ich mir so ein Geschenk gemacht, eine stilechte Mischung aus Post und Literatur: Briefe von Arno Schmidt, die er, dem Titel nach zu urteilen, dem Postauto anvertraute, wahrscheinlich hatte er auf der Heide auch kein Postamt in der Nähe.

    Es liest sich gut, auch wenn man die Nachkriegsnöte eines Schriftstellers überdeutlich nachvollziehen kann. In einem Brief von 1948 an Kurt Marek vom Rowohlt-Verlag verlangt er baldige Auskunft, ob man seine Schriften denn nun zu drucken gedächte.

    "P:S: Der Asket Gautama lebte längere Zeit von 1 Reiskorn pro Tag, seit Ende August versuche ich Ähnliches (natürlich unter Verwendung der ortsüblichen Magnum Bonum).

    (...)

    - Ein mir selbst unverständlicher Rest von Anstandsgefühl verhindert mich, diese Karte unfrankiert in den Kasten zu werfen; danken Sie doch diesen Umstand
                     dem Vertragsautor des Rowohlt-Verlages
                     (vgl. Ihr Geehrtes vom 20.7.48)

    ›Und nun auf, zum Postauto!‹
    Briefe von Arno Schmidt
    Hg. von Susanne Fischer und Bernd Rauschenbach
    Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag, 2013


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  • Gestern noch wünschte ich mir eine Zeitreise, heute hat es fast geklappt.

      Überall Esel  Wird niemals abgewählt 

    Mit Hildegard in Wesel, wo es überaus interessante Postkarten gibt, schließlich will die ewige Frage nach dem Bürgermeister in die Welt gesandt werden. Und für solch Wunder Weselwunderbare Karten müssen besonders schöne Briefmarken gekauft werden. Der Kauf von Briefmarken mit Hildegard ist immer ein besonderes Erlebnis, zumal es gerade Urmel-Briefmarken gibt. Und Urmels Augsburger Kumpel Mikesch ist ein Namensvetter von Hildegards Kater, also wurde auch diese Marke begutachtet und gewürdigt. Die Postfrau machte alles geduldig und freundlich mit, während sich in der vorher ganz leeren Post zwei lange Schlangen bildeten. Im munteren Gespräch fragte Hildegard dann unvermittelt, wie denn unser Postminister hieße. Tja, da waren die Postfrau und ich aber verblüfft.

    Stolzer Briefadler

     Man kann ihr natürlich keinen Vorwurf machen, schließlich lebt sie im Hoheitsgebiet der PTT. Außerdem insinuiert die Fassade der Weseler Post das Fortbestehen der alten Herrlichkeit einer staatlichen Behörde.


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  • Weltausstellung 1900 in Paris

     

    Von Hildegard kam heute eine Postkarte aus der Vergangenheit. Ich würde so gern mal eine Zeitreise machen, Paris wäre da ein lohnendes Ziel.

    Gerade lese ich ein Tagebuch von Edmond de Goncourt aus dem Kriegsjahr 1871, in dem man unter anderem die Preise von Hunde-, Katzen- und Rattenfleisch während der Belagerung von Paris durch die Preußen erfährt. Katzenfleisch ist übrigens am teuersten, womöglich, weil es als Kaninchen durchgeht.

    Das war im Jahr 1900 zum Glück vorbei, sicher konnten die Besucher der Weltausstellung ganz vorzüglich speisen.


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  • Filzjurte

     

    Eine Karte aus Kasachstan, ein rare country auf Postcrossing. Umso mehr freue ich mich, dass die Karte und die Briefmarken kasachische Traditionen zeigen. Natürlich musste ich bei der Filzjurte auf dem Bild an Beuys und seine Legendenbildung denken.

    Philologie vom Feinsten

    Natalie hat offensichtlich einen Sinn fürs Historische, auch altenglische Literatur gefällt ihr. Ich erinnere mich, dass wir in der Schule noch die Geschichte von Beowulf and Grendel in unseren Büchern hatten, das wäre auch heute mal eine schöne Abwechslung von den Texten über Probleme von Jugendlichen, Einwanderern, Ureinwohnern, Flüchtlingen, Globalisierungsopfern etc.


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  • Ididntvoteforhim

     

    Auf Postcrossing habe ich die Adresse eines Nicht-Trumpwählers gezogen, er bekommt natürlich eine besondere Karte von mir. Lustig finde ich, dass er am Independence Day Geburtstag hat. Mario Del Curto

     

    Demeure du Chaos


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